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HauptsatzWenn Sie schon einmal eine CFD-Position über Nacht offengelassen und am nächsten Morgen eine kleine Belastung auf Ihrem Konto bemerkt haben, haben Sie den Swap-Satz erlebt. Diese Kosten werden oft wenig beachtet – bis sie die Gewinne eines Traders nach und nach schmälern. Wenn Sie Trades länger als einen Tag halten, sollten Sie wissen, wie Swaps funktionieren und wie sie berechnet werden.
Wir erklären, was ein Swap-Satz ist, wie er berechnet wird, warum es ihn gibt und wie er beim Swap-Trading eingesetzt wird.
Ein Swap-Satz ist eine Zinsbelastung oder -gutschrift für eine CFD- oder Forex-Position, die nach dem täglichen Rollover-Zeitpunkt des Brokers noch offen ist. Er lässt sich mit den Kosten vergleichen, die entstehen, wenn Sie einen Vermögenswert leihen, um einen anderen zu kaufen. Eine CFD-Position bildet – obwohl Sie den Basiswert nicht tatsächlich besitzen – im Prinzip nach, was geschähe, wenn Sie am realen Markt Geld leihen würden, um die Position zu halten.
Angenommen, Sie gehen bei EUR/USD long. Das bedeutet, Sie kaufen Euro und verkaufen US-Dollar. Der Einlagensatz der Europäischen Zentralbank (2,25 %) liegt derzeit deutlich unter dem Leitzins der US-Notenbank Federal Reserve, der sich 2026 größtenteils im Bereich von 3,50–3,75 % bewegt hat. Da Sie sozusagen den höher verzinsten US-Dollar leihen, um den niedriger verzinsten Euro zu kaufen, berechnet Ihnen Ihr Broker für das Halten der EUR/USD-Long-Position über Nacht einen negativen Swap. Drehen Sie den Trade um und gehen bei EUR/USD short, halten Sie US-Dollar. In diesem Fall könnten Sie stattdessen einen kleinen positiven Swap erhalten.
Dasselbe Prinzip gilt für CFDs auf Aktien, Indizes und Rohstoffe. Wenn Sie einen CFD kaufen und über Nacht halten, behandelt der Broker die Position so, als hätten Sie Geld geliehen, um den Vermögenswert zu kaufen. Bei gehebelten CFD-Positionen zahlen Sie nicht den vollständigen Kaufpreis im Voraus. Deshalb berechnet der Broker Zinsen auf den geliehenen Anteil – ähnlich wie bei einem Kredit.
Gold generiert keine Erträge oder Zinsen. Halten Sie eine Long-Position auf einen Gold-CFD über Nacht, gibt es daher keine Erträge, die die Finanzierungskosten ausgleichen könnten. Sie tragen die „Kosten der Kreditaufnahme“ allein und erhalten dafür keinen Ausgleich.
Deshalb kostet es fast immer Geld, Gold-CFDs und andere Rohstoff-, Aktien- oder Index-CFDs über Nacht long zu halten. Bei Währungspositionen können Sie dagegen unter Umständen eine Gutschrift erhalten – je nachdem, welche der beiden Währungen höher verzinst ist.
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HauptsatzSwap-Sätze werden anhand der Zinsdifferenz zwischen den beiden Währungen oder Vermögenswerten eines Trades berechnet und anschließend um den Aufschlag des Brokers angepasst. Broker geben nicht nur die Differenz der Marktzinsen weiter, sondern schlagen zusätzlich eine kleine Marge auf. So verdienen sie an der Finanzierung – ähnlich wie eine Bank für Kredite höhere Zinsen verlangt, als sie für Einlagen zahlt.
Für ein Forex-Währungspaar:
Swap = (Zinsdifferenz ± Brokeraufschlag) × Positionsgröße × Anzahl der gehaltenen Nächte
Nehmen wir an, Sie halten über Nacht eine Long-Position von einem Standardlot (100.000 Einheiten) auf GBP/USD. Der Zinssatz der Bank of England und derjenige der Federal Reserve sind nicht identisch, es besteht also eine Zinsdifferenz. Ihre Handelsplattform zeigt den Swap-Wert in den Kontraktspezifikationen an – in Punkten oder in Ihrer Kontowährung pro Lot und Nacht. MetaTrader und die hauseigenen Plattformen von Brokern zeigen diesen Wert direkt im Handelsterminal an. Sie müssen ihn also nicht selbst berechnen. Wenn Sie wissen, wie der Wert zustande kommt, verstehen Sie jedoch besser, warum er sich ändert, wenn Zentralbanken ihre Geldpolitik anpassen.
Das sollten Sie beachten:
Swap-Trading ist eine Strategie, bei der Trader Positionen gezielt über Nacht halten, um positive Swap-Gutschriften zu erhalten, statt ausschließlich auf Kursbewegungen zu setzen. Diese Strategie wird manchmal auch als Carry-Trade bezeichnet. Sie wird seit Jahrzehnten genutzt und funktioniert am besten, wenn die Zinsunterschiede zwischen Ländern groß sind.
So könnte die Strategie unter den aktuellen Bedingungen aussehen: Während die Federal Reserve die Zinsen bei etwa 3,5–3,75 % hält und mehrere andere große Zentralbanken – darunter die EZB und die Bank of Japan – deutlich niedrigere Zinssätze haben, könnte ein Trader bei einem Währungspaar wie EUR/USD short oder bei USD/JPY long gehen, um für jede Nacht, in der die Position offen bleibt, die Zinsdifferenz zu erhalten. Werden solche Positionen über Wochen oder Monate gehalten, können sich die kleinen täglichen Gutschriften zu einem nennenswerten Betrag summieren.
Wechselkurse können sich jedoch deutlich schneller gegen Sie bewegen, als Swap-Gutschriften Verluste ausgleichen können. Eine einzelne starke Kursbewegung oder eine überraschende Zinsentscheidung kann die über Monate angesammelten Swap-Erträge innerhalb einer Handelssitzung zunichtemachen. Swap-Trading eignet sich daher am ehesten als längerfristige Strategie und sollte mit technischer Analyse und einem konsequenten Risikomanagement kombiniert werden.
Sehen Sie sich ein Beispiel für die Swap-Berechnung beim Währungspaar AUD/USD an.
Da Swaps einmal täglich berechnet werden, sind die Rollover-Bedingungen besonders wichtig für Trader, die Positionen über längere Zeit offen halten. Sie konzentrieren sich dabei nicht auf untertägige Kursschwankungen, sondern auf längerfristige Bewegungen – etwa bei strategischen Positionen und Trend-Trades, die auf grundlegenden Veränderungen am Markt beruhen.
Günstige Swap-Bedingungen sind außerdem für Trader mit Carry-Trade-Strategien besonders wichtig. Diese Strategien beruhen auf der Zinsdifferenz zwischen Währungen: Dabei wird eine Währung mit niedrigem Zinssatz geliehen und eine Währung mit höherem Zinssatz gekauft.
Swap-Sätze wirken auf den ersten Blick vielleicht unbedeutend – nur ein kleiner Betrag auf Ihrer Abrechnung im Vergleich zu den größeren Kursschwankungen, auf die Trader meist achten. Sie zu ignorieren, ist jedoch ein Fehler, besonders in einem Zinsumfeld wie dem des Jahres 2026, in dem sich die geldpolitischen Ansätze großer Zentralbanken weiterhin deutlich unterscheiden. Prüfen Sie immer die Swap-Sätze Ihres Brokers, bevor Sie eine Position über Nacht halten. Informieren Sie sich, bei welcher Handelsrichtung Kosten oder Gutschriften anfallen, und berücksichtigen Sie diese in Ihrer gesamten Handelsstrategie.
Nein, ein Swap-Satz ist keine Kommission. Eine Kommission ist eine feste Gebühr, die beim Eröffnen oder Schließen eines Trades anfällt. Ein Swap-Satz ist dagegen eine laufende Zinsbelastung oder -gutschrift, die nur anfällt, wenn eine Position über Nacht gehalten wird.
Ja, ein Swap-Satz kann positiv sein. Das bedeutet, dass Sie für das Halten einer Position über Nacht eine Gutschrift erhalten. Das kann der Fall sein, wenn der Zinssatz der Währung, die Sie faktisch halten, höher ist als der Zinssatz der Währung, mit der Sie den Trade finanzieren.
Sie können Swap-Gebühren vermeiden, indem Sie alle Positionen vor dem täglichen Rollover-Zeitpunkt Ihres Brokers schließen, der häufig gegen 17 Uhr ET liegt. Trader, die aus religiösen Gründen keine Zinsen zahlen oder erhalten können, können außerdem ein islamisches, swapfreies Konto nutzen.
Swap-Sätze ändern sich, weil sie an die Zinspolitik der Zentralbanken gekoppelt sind, die sich im Laufe der Zeit wandelt. Erhöht oder senkt eine Zentralbank ihren Leitzins, passen sich die Swap-Werte der entsprechenden Währungspaare in der Regel bald danach an – manchmal noch am selben Tag.
Nein, Swap-Sätze unterscheiden sich je nach Instrument. Bei Währungspaaren kann der Swap abhängig von der Zinsdifferenz positiv oder negativ sein. CFDs auf Rohstoffe wie Gold sowie auf Aktien und Indizes verursachen dagegen fast immer Finanzierungskosten, da sie keine ausgleichenden Zinserträge generieren.



Die Prinzipien des CFD-Handels können Sie ausführlicher in der Abteilung «Wie handelt man mit den CFDs» studieren. Visit Educational Center